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Brandschutzbegehungen

Brandschutzbegehungen

08. Juli 20266 Min. Lesezeit
Brandschutzbegehungen

Brandschutz ist kein einmaliges Projekt, sondern eine dauerhafte Betreiberaufgabe. Gebäude verändern sich im Laufe ihrer Nutzung ständig: Räume werden umgestaltet, Fluchtwege zugestellt, technische Anlagen erweitert oder neue Brandlasten entstehen. Dadurch können Sicherheitsrisiken entstehen, die im Alltag oft unbemerkt bleiben.

Regelmäßige Brandschutzbegehungen helfen dabei, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Brandschutzmanagements und unterstützen Betreiber dabei, ihrer Verantwortung gegenüber Beschäftigten, Bewohnern, Besuchern und Sachwerten gerecht zu werden.

Ebenso wichtig wie die Begehung selbst ist ihre vollständige Dokumentation. Im Schadensfall zählt nicht nur, ob eine Brandschutzbegehung durchgeführt wurde – entscheidend ist, ob sie nachvollziehbar dokumentiert und festgestellte Mängel konsequent bearbeitet wurden.

Warum sind Brandschutzbegehungen wichtig?

Im täglichen Gebäudebetrieb entstehen regelmäßig Veränderungen, die den Brandschutz beeinträchtigen können. Bereits kleine organisatorische Mängel können im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben.

Typische Beispiele sind:

  • zugestellte Flucht- und Rettungswege,
  • blockierte Brandschutztüren,
  • fehlende oder überfällige Feuerlöscher,
  • beschädigte Sicherheitskennzeichnungen,
  • unzulässige Lagerung brennbarer Materialien,
  • fehlende Abschottungen von Leitungsdurchführungen,
  • nicht dokumentierte Umbauten.

Durch regelmäßige Begehungen werden solche Mängel frühzeitig erkannt, bewertet und beseitigt, bevor daraus ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko entsteht.

Typische Risikofelder im laufenden Gebäudebetrieb
🚪

Rettungswege

Fluchtwege müssen jederzeit frei bleiben.

🧯

Feuerlöscher

Standort, Zugänglichkeit und Prüffristen kontrollieren.

⚠️

Brandlasten

Brennbare Materialien erkennen und bewerten.

📄

Dokumentation

Feststellungen müssen nachvollziehbar bleiben.

Betreiber tragen Verantwortung

Betreiber von Gebäuden sind verpflichtet, den sicheren Betrieb ihrer Gebäude dauerhaft sicherzustellen. Diese Verantwortung ergibt sich unter anderem aus bauordnungsrechtlichen Vorschriften, Arbeitsschutzregelungen, Sonderbauvorschriften, behördlichen Auflagen sowie den jeweiligen Brandschutzkonzepten.

Aushang Verhalten im Brandfall mit Handfeuermelder
AlarmierungHandfeuermelder und Aushänge sollten erreichbar, sichtbar und aktuell sein.
Feuerlöscher an der Wand
LöschmittelStandort, Zugänglichkeit und Prüffristen werden vor Ort kontrolliert.
Kennzeichnung von Brandschutztür und Technikraum
KennzeichnungBeschilderung wird auf Vorhandensein und Lesbarkeit geprüft.
Beleuchtetes Rettungswegzeichen
RettungswegeKennzeichnung und Beleuchtung müssen erkennbar und betriebsbereit sein.

Eine allgemein vorgeschriebene Frist für Brandschutzbegehungen gibt es zwar nicht. Dennoch müssen Betreiber jederzeit nachweisen können, dass sie den Brandschutz regelmäßig überprüft und erkannte Mängel angemessen behandelt haben.

Eine strukturierte Brandschutzbegehung ist hierfür eines der wichtigsten Instrumente.

Praxishinweis: Bei Brandschutzbegehungen entstehen die meisten Mängel nicht durch fehlende Technik, sondern durch organisatorische Defizite und unzureichende Dokumentation.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Begehung selbst, sondern auch die konsequente Nachverfolgung aller Feststellungen.

Was wird bei einer Brandschutzbegehung überprüft?

Je nach Gebäudeart und Nutzung können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. In der Praxis werden unter anderem folgende Bereiche kontrolliert:

Baulicher Brandschutz

  • Brandschutzabschlüsse
  • Brandschutztüren
  • Rauchschutztüren
  • Brandabschnitte
  • Leitungsabschottungen
  • Wand- und Deckendurchführungen

Flucht- und Rettungswege

  • Freihaltung der Fluchtwege
  • Notausgänge
  • Rettungswegkennzeichnung
  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Sammelstellen
  • Türöffnungsrichtungen

Anlagentechnischer Brandschutz

  • Brandmeldeanlagen
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • Feuerlöscher
  • Wandhydranten
  • Löschanlagen
  • Sicherheitsstromversorgung

Organisatorischer Brandschutz

  • Brandschutzordnung
  • Alarmierungsabläufe
  • Unterweisungen
  • Brandschutzhelfer
  • Evakuierungspläne
  • Dokumentation vorgeschriebener Prüfungen

Praxisbereiche einer Brandschutzbegehung

Die häufigsten Mängel

Aus der Praxis zeigen sich immer wieder dieselben Schwachstellen:

  • Fluchtwege werden als Lagerfläche genutzt.
  • Brandschutztüren stehen dauerhaft offen.
  • Feuerlöscher sind verstellt oder nicht geprüft.
  • Sicherheitskennzeichnungen fehlen.
  • Rauchschutztüren schließen nicht selbstständig.
  • Leitungsdurchführungen sind nicht fachgerecht abgeschottet.
  • Feuerwehrzufahrten werden blockiert.
  • Prüfprotokolle fehlen.
  • Festgestellte Mängel werden nicht nachverfolgt.
  • Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig geregelt.

Viele dieser Mängel lassen sich mit geringem Aufwand beseitigen – vorausgesetzt, sie werden rechtzeitig erkannt.

Checkliste der häufigsten Mängel
🚪

Offene Brandschutztüren

Türschließer, Keile oder blockierte Schließbereiche prüfen.

🧯

Feuerlöscher

Zugänglichkeit, Standort und Prüffristen kontrollieren.

🚧

Rettungswege

Keine Lagerflächen, Möbel oder sonstige Hindernisse.

💡

Sicherheitsbeleuchtung

Funktion und Erkennbarkeit überprüfen.

📄

Prüfprotokolle

Nachweise müssen vollständig und auffindbar sein.

👤

Verantwortlichkeiten

Jede Maßnahme braucht eine zuständige Person.

Dokumentation ist der wichtigste Nachweis

Eine Brandschutzbegehung endet nicht mit dem Rundgang durch das Gebäude.

Erst eine vollständige Dokumentation macht nachvollziehbar,

  • welche Bereiche überprüft wurden,
  • welche Mängel festgestellt wurden,
  • welche Risiken bestehen,
  • welche Maßnahmen erforderlich sind,
  • wer verantwortlich ist,
  • bis wann die Umsetzung erfolgen muss.

Ein professioneller Brandschutzbericht sollte deshalb mindestens folgende Informationen enthalten:

  • Objektbezeichnung
  • Datum der Begehung
  • verantwortliche Prüfer
  • geprüfte Bereiche
  • Beschreibung der Feststellungen
  • Fotodokumentation
  • Risikobewertung
  • Priorisierung
  • empfohlene Maßnahmen
  • Verantwortliche
  • Fristen
  • Status der Umsetzung

Eine sorgfältige Dokumentation schafft Transparenz und dient als wichtiger Nachweis gegenüber Eigentümern, Behörden, Versicherungen und anderen Beteiligten.

Von der Feststellung bis zur Mängelbeseitigung

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass zwar ein Brandschutzbericht erstellt wird, die anschließende Bearbeitung der Mängel jedoch nicht konsequent verfolgt wird.

Ein wirksames Brandschutzmanagement umfasst deshalb den gesamten Prozess:

  1. Durchführung der Brandschutzbegehung
  2. Erfassung aller Feststellungen
  3. Fotodokumentation
  4. Bewertung des Risikos
  5. Priorisierung der Maßnahmen
  6. Zuweisung an Verantwortliche
  7. Festlegung von Fristen
  8. Kontrolle der Umsetzung
  9. Dokumentation der Mängelbeseitigung
  10. Abschlusskontrolle

Nur wenn alle Schritte nachvollziehbar dokumentiert werden, entsteht ein belastbarer Nachweis.

Ablauf einer Brandschutzbegehung
1
Durchführung
2
Feststellungen
3
Fotos
4
Risiko
5
Priorisierung
6
Zuweisung
7
Fristen
8
Umsetzung
9
Nachweis
10
Abschluss
So dokumentiert OBERIXA einen Mangel
🆔

Eindeutige Mangel-ID

Jede Feststellung wird eindeutig zugeordnet.

📷

Fotodokumentation

Bilder werden direkt dem jeweiligen Mangel zugeordnet.

👤

Verantwortlichkeit

Zuständige Personen und Fristen bleiben sichtbar.

Nachweis & Abschluss

Die Beseitigung wird nachvollziehbar dokumentiert.

Die Mängelbeseitigungsverfolgung in OBERIXA dokumentiert den gesamten Prozess – von der Feststellung eines Mangels bis zu dessen nachweisbarer Beseitigung.

Jeder Mangel erhält eine eindeutige ID und wird mit allen relevanten Informationen erfasst, darunter Ort, Beschreibung, Priorität, Risiko, verantwortliche Person sowie Fristen. Fotos, Dokumente und Nachweise können direkt dem jeweiligen Mangel zugeordnet werden.

Während der Bearbeitung werden Statusänderungen, hochgeladene Nachweise und sämtliche Bearbeitungsschritte automatisch dokumentiert. Nach der erfolgreichen Prüfung kann der Mangel freigegeben und revisionssicher abgeschlossen werden.

Dadurch entsteht eine strukturierte und jederzeit nachvollziehbare Dokumentation des gesamten Mängelbeseitigungsprozesses – transparent, nachvollziehbar und objektspezifisch.

Wie häufig sollten Brandschutzbegehungen durchgeführt werden?

Das geeignete Intervall hängt von Nutzung, Größe und Gefährdung des Gebäudes ab.

GebäudetypEmpfohlenes Intervall
Bürogebäudejährlich
Wohngebäudejährlich
Schulenjährlich
Kindertagesstättenjährlich
Pflegeeinrichtungenmindestens halbjährlich
Krankenhäuserregelmäßig, häufig vierteljährlich
Industriemehrmals jährlich
Sonderbautenentsprechend Brandschutzkonzept und behördlichen Vorgaben

Bei erhöhtem Gefährdungspotenzial können kürzere Intervalle sinnvoll oder erforderlich sein.

Digitale Brandschutzbegehungen

Papierformulare und einzelne PDF-Dateien stoßen bei größeren Gebäuden schnell an ihre Grenzen. Digitale Lösungen ermöglichen eine wesentlich effizientere Arbeitsweise.

Feststellungen können direkt vor Ort erfasst, Fotos automatisch zugeordnet und Maßnahmen unmittelbar dokumentiert werden. Verantwortliche erhalten ihre Aufgaben, Fristen bleiben jederzeit nachvollziehbar und der aktuelle Bearbeitungsstand ist zentral verfügbar.

Dadurch entsteht eine strukturierte Dokumentation des gesamten Prozesses – von der ersten Feststellung bis zur nachgewiesenen Mängelbeseitigung.

OBERIXA-Bezug: OBERIXA erstellt objektbezogene Checklisten und verbindet die Begehung direkt mit Bericht, Maßnahmenplanung und Mängelbeseitigungsverfolgung.

Checkliste für eine erfolgreiche Brandschutzbegehung

Flucht- und Rettungswege kontrollierenBrandschutztüren prüfenFeuerlöscher und Wandhydranten kontrollierenBrandmeldeanlage überprüfenSicherheitsbeleuchtung kontrollierenFeuerwehrzufahrten freihaltenSicherheitskennzeichnungen prüfenBrandlasten bewertenMängel fotografierenMaßnahmen festlegenVerantwortliche benennenFristen vergebenUmsetzung kontrollieren

Rechtliche Hinweise und technische Regelwerke

Je nach Bundesland, Gebäudeart und Nutzung können unterschiedliche Anforderungen gelten. Relevante Grundlagen sind insbesondere Landesbauordnungen, Baugenehmigungen, behördliche Auflagen, Brandschutzkonzepte, Arbeitsschutzregelungen sowie technische Regeln und anerkannte Regelwerke.

Allgemeine Checklisten können eine Orientierung geben, ersetzen jedoch keine objektbezogene Prüfung. Maßgeblich sind immer die konkreten Anforderungen des Gebäudes und der Nutzung.

Fazit

Brandschutzbegehungen sind ein zentraler Bestandteil eines verantwortungsvollen Gebäudebetriebs. Sie helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, gesetzliche Betreiberpflichten zu erfüllen und Menschen sowie Sachwerte wirksam zu schützen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Durchführung der Begehung, sondern die vollständige Dokumentation aller Feststellungen sowie die konsequente Nachverfolgung der erforderlichen Maßnahmen. Erst wenn ein Mangel erkannt, dokumentiert, bewertet, beseitigt und abschließend kontrolliert wurde, ist der Brandschutzprozess vollständig abgeschlossen.

Mit einer strukturierten und digitalen Vorgehensweise schaffen Betreiber Transparenz, erhöhen die Sicherheit und verfügen jederzeit über einen nachvollziehbaren Nachweis ihrer durchgeführten Brandschutzmaßnahmen.

Autor

TÜV-zertifizierter Brandschutzbeauftragter

Dieser Beitrag wurde von einem TÜV-zertifizierten Brandschutzbeauftragten erstellt und vermittelt praxisnahes Fachwissen zu Betreiberpflichten, Brandschutzbegehungen, Dokumentation und der digitalen Mängelverfolgung im vorbeugenden Brandschutz.

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